Kleingarten-Blog

aus der Kolonie POG im Gleisdreieck-Park

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Die Bienchen sind da!

Nils, deine Bienen sind da!

Sie bevorzugen allerdings gar nicht die große Auswahl an Winterlingen…

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… sondern viel lieber die Krokusse, auch wenn sie dafür ein Stück weiter fliegen müssen.

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Guten Appetit!

Sonne!

Was für ein Wetter!

Seit 18 Jahren lebe ich in Berlin, und jedes Jahr ist es das gleiche Ritual: Ab November wird es draußen grau und düster, die  Stadt versinkt in eine Art Winterschlaf, die Touristen werden weniger, die Berliner sind noch misslauniger als sonst – und bleiben zu hause.

Irgendwann Ende März, Anfang April, manchmal auch erst Ende April, kommt dann endlich wieder die Sonne raus, und sofort sind alle Straßen, Plätzen und Grünanlagen voll von Menschen, die dringend ein wenig Licht und Wärme tanken müssen, und dies auch ausgiebig tun… und dieses Jahrsind wir, mit Sonne und 18° Wärme am 08. März, ganz besonders früh dran!

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Die Kinder fanden es so warm und hell, dass sie sich sofort einen Sonnenschirm aufgestellt haben…

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… damit sie dort ungestört ihre – zu meiner Zeit hießen sie „Tamagotchis“ – auf dem Smartphone versorgen können 😉

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Mein erster Gartenzwerg

42 Jahre, Diplom-Betriebswirt, verheiratet, drei Kinder, Kleingarten, Gartenzwerg.

Oder anders…

42 Jahre, kindisch, verspielt, steht auf unnützige Gimmicks und Popkultur-Devotionalien.

Wie bringe ich das jetzt zusammen?

So:

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Geile Triebe am Sonntag nachmittag

Das Wetter ist, für den 1. März, gar nicht so schlecht – mild und sogar mit ein wenig Sonnenschein. Mich überzeugt das dennoch nicht genug, um das Haus zu verlassen – ich möchte lieber den neuen SPIEGEL lesen und das eine oder andere am Computer erledigen…

Die mit mir verheiratete Kleingärtnerin jedoch kann sich nicht halten und bricht mit einem unserer drei Kinder in Richtung Kleingarten auf.  Als ich am späten Nachmittag dann doch dazustoße – eigentlich nur, um auch das kleinste Kind loszuwerden – hat sie schon ein ganz ordentliches Arbeitspensum absolviert, und an einem unserer Abpfelbäume alle Wassertriebe alias Wasserschoße  alias „geile Triebe“ (so heißen sie in der Heimat meines Freundes und Kleingarten-Nachbars David) entfernt:

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(linke Seite – vorher | rechte Seite und unten – nachher)

Muss das sein?

Ich selber bin in einem Haus mit großem Garten – insg. 1.600 m2, also viermal größer als unsere relativ große Kleingarten-Parzelle in Berlin – im mittelhessischen Dilltal (hier!) aufgewachsen, bis ich mich mit fast 23 Jahren für das Hauptstudium in Richtung Berlin verabschiedet habe… hier ein Foto von meinem Elternhaus aus dem Jahr 2012, als ich meinen beiden Töchtern anlässlich meines 20jährigen Abitur-Jubiläums meine Heimat gezeigt habe:

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Bis heute bin ich noch nicht wieder reif für ein Häuschen mit Garten am Stadtrand oder im Speckgürtel, was sich viele Berliner Familien wünschen – ich brauche einfach das quirlige Leben in der Innenstadt, und ein eigenes Häuschen verbinde ich eher mit Langeweile, Einsamkeit und bornierten Nachbarn.

Aber ich schweife ab…

In unserem Häuschen mit Garten in Dillenburg hatten wir jedenfalls Obstbäume ohne Ende: Äpfel, Pflaumen, Birnen, Süßkirschen, Sauerkirschen… und ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir jedes Jahr die jungen Triebe gekürzt haben bevor die Wachstumssaison richtig los ging.

Alle unseren Nachbarn im Kleingarten haben uns jedoch dringend empfohlen, die Triebe zu entfernen, und auch die über Google findbaren Tipps gehen in diese Richtung:

„Beim Frühjahrsschnitt sollten vor allem die so genannten Wasserschosse, also die steil nach oben wachsenden Triebe, die das Bauminnere verdichten, entfernt werden. Diese Triebe sind anfälliger für Erkrankungen und lassen das Sonnenlicht schlechter zu den Früchten gelangen

Na gut. Schneiden wir halt die Triebe. Macht ja Spaß. Zumindest meiner Frau… 🙂

Krokus

Die dritte Blume, die sich in meinem Kleingarten bereits Ende Februar aus dem Boden traut, ist der Krokus:

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Es sind über 90 Krokus-Arten bekannt, und es ist mir nicht gelungen, meine eigenen einer konkreten Art zuzuordnen.

Ich weiß noch nicht einmal, ob die an ungewöhnlicher Stelle aus der Wiese sprießenden Krokusse von unseren Vor-Pächtern gepflanzt wurden, oder ob wir in unserem ersten Garten-Jahr 2014 mal ein paar Blumenzwiebeln haben fallen lassen – wobei die Tatsache, dass diese Blume auf Hasen und andere Nager hochgiftig wirkt, eher auf unsere Vorgänger hindeutet, die alle Pflanzen sehr bewusst nach Blütezeit und Nutzen ausgewählt haben.

Der Krokus gehört zur Gattung der Schwertliliengewächse .

Winterling

Eine große Überraschung im Garten waren die Winterlinge:

Einerseits war ich überrascht, wie viele von diesen schönen, gelb leuchtenden Blümchen schon Ende Februar aus dem Boden gesprossen sind:

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Zum anderen war es gar nicht so leicht, diese Blumen zu identifizieren bzw. zu bestimmen – mein kleines Blumen-Bestimmungs-Buch zeigte zwar den einen oder anderen Hahnenfuß, nicht aber genau diese gelbe Blume, die ich in meinem Garten vorgefunden habe.

Die Begründung ist einfach – mein Pflanzenbuch zeigt vor allem heimische Planzen,  was der Winterling streng genommen aber nicht ist:

Der Winterling stammt ursprünglich aus dem Mittelmeer-Raum, wurde aber bereits im 16. Jahrhundert auch in Deutschland kultiviert. Heute finden sich die Pflanzen vor allem in der Nähe von Park- und Gartenanlagen, wo sie „unbeständig aus der Kultur ausgebrochen“ sind – und natürlich als bewusst angepflanzte Zierpflanze wie bei uns, wo sie als Früh- und Schneeblüher zusammen mit Schneeglöckchen und Krokussen schon ab Mitte Februar die ersten Blüten bilden.

Der Winterling liefert damit als eine der ersten Pflanzen im Jahr Nektar und Pollen. Steigt die Temperatur an sonnigen Wintertagen auf 10 bis 12 °C, so kann man dort die ersten Bienenanflüge beobachten – dafür muss mir mein Freund und Nachbar Nils wohl mal einen ausgeben, denn er ist Imker (hier sein Blog), und seine Bienchen finden oft den Weg über die Efeu-Barriere von seinem in meinen Garten…

Schneeglöckchen

Eine der ganz wenigen Blumen, die ich schon vor meiner Karriere als Kleingärtner kannte, sind Schneeglöckchen.

Bereits in meiner Kindheit habe ich Anfang März immer die üblichen verdächtigen Plätze abgesucht, um einen schönen Strauß Schneeglöckchen zu pfücken und meinem Vater zu schenken – der hat zu diesem Zeitpunkt nämlich Geburtstag, und er bekommt, seit wiederum seiner Kindheit, dann immer diese ersten frischen Blumen!

Schneeglöckchen sind in ganz Europa und Westasien verbreitet; sie kommen in der Natur vor allem in Waldwiesen, Auen und Laubwäldern vor und bevorzugen feuchte und schattige Standorte.

Fun Fact:  Der botanische Name Galanthus ist abgeleitet aus den griechischen Wörtern gála für Milch und ánthos für Blüte, und auch im deutschsprachingen Raum soll der Name „Milchblume“ verbreitet sein, auch wenn ich diesen noch nie gehört habe.

Die frühblühenden Schneeglöckchen werden oft als erste Frühlingsboten betrachtet und deshalb gerne auch in Gärten angepflanzt; ich hatte aufgrund meiner bereits erwähnten Bindung zu diesen Pflanzen selber daran gedacht, welche anzupflanzen – aber natürlich haben das schon unsere Vor-Pächter erledigt! 🙂

Nur etwas mehr könnten es vielleicht sein…

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♫ Dezember, Januar, März, April – die Jahresuhr steht niemals still ♫

Der Winter ist vergangen, ohne dass ich die Gelegenheit gehabt hätte, ein paar Fotos vom verschneiten Kleingarten einzustellen – es lag in Berlin nur an einem einzigen Tag Schnee, und da war ich kränklich im Bett…

(zum Glück war die bloggende Konkurrenz nicht so schläfrig: Winterfoto)

Nun ist es schon wieder Ende Februar – genauer: Sonntag, der 22. Februar 2015 – und es wird Zeit für eine erste Begehung unseres Gartens!

Das Wetter ist nicht toll…

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… aber toll genug, um die Berliner in Scharen in den (von der Bevölkerung von Anfang an sehr gut angenommenen) Gleisdreieck-Park zu locken:

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(hier im Hintergrund rechts sieht man übrigens die Ruinen der ehem. West-Berliner In-Disko „90 Grad“ – aber da war ich selten, und es fällt auch in eine ganz andere Lebensphase 😉 )

Sogar die Eule hat geöffnet und ist gut besucht:

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Die Kleingartenanlage POG dagegen liegt noch größtenteils im Winterschlaf…

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(die gleiche Stelle vor 70 Jahren – aus dem Schaukasten im oberen Bild:)

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… und auch das Stück Stadtwildnis, eines der besonderen Konzepte des Parks, sieht noch wilder aus als sonst:

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Endlich nähern wir uns unserer Parzelle – auch hier scheint die Winterpause noch im vollen Gange zu sein, und es wächst noch nicht sehr viel…

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… außer dem Efeu unserer Freunde und Nachbarn Nils und Aino:

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Kaum jedoch betreten die Kinder den Garten, finden Sie die ersten blühenden Pflanzen des Jahren, nämlich…

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Schneeglöckchen! Winterlinge! Und Krokusse!

Und darum geht es ja eigentlich in diesem Blog…

Jedem Ende wohnt ein Anfang inne

Der Herbst ist gekommen…

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… und unser erstes Gartenjahr im Kleingarten geht zu Ende!

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Wir hatten die Laube vor genau einem Jahr – bzw. nicht ganz genau vor einem Jahr, 2013 endete das „Gartenjahr“ aufgrund der weniger milden Witterung etwas früher- von den Vorbesitzern Achim und Marianne I. übernommen,

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die die Parzelle fast 40 Jahre lang bewirtschaftet und gepflegt hatten, bis es ihnen zu viel wurde und sie uns den Garten – natürlich gegen eine Abstandszahlung – überlassen haben.

Das erste Jahr in unserem Gärtchen war ein Traum! Als allererstes haben wir ein Schaukelgerüst installiert

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und ein Baumhaus gebaut

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(naja, es ist ein Anfang), so dass wir von Anfang an eine wunderschöne Zeit mit den Kindern im Garten, nur 10 Fahrrad-Minuten von unserer Kreuzberger Wohnung, verbringen konnten.

Außerdem hatten die Vorbesitzer so viel Vorarbeit geleistet, dass es noch relativ wenig Gartenarbeit zu tun gab, was in der extrem enspannten Kolonie POG auch kein Problem ist. So findet sich z.B. immer etwas was blüht oder Früchte trägt – im Frühling, im Sommer und auch noch jetzt Anfang November:

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(was es mit diesem Blumenkübel auf sich hat, dazu komme ich später)

Jetzt jedenfalls ist das Gartenjahr vorbei: Das Wasser wird abgestellt, der Strom wird abgelesen und Garten und Laube werden winterfest gemacht.

Zunächst einmal wird der Wasserzähler demontiert, damit er im Winter nicht beschädigt wird.

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Dann müssen alle Wassertonnen entlert und umgedreht werden.

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Wir haben neues Gras (Rasen!) gesät…

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… und schon sind wir bereit für die Überwinterung! Ich freue mich schon sehr auf die erste Frühlingssonne, wenn alle Pflanzen aus dem Winterschlaf erwachen – dann geht dieser Blog erst richtig los! 🙂

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Bis dann und eine schöne Winterpause wünscht euer

Fenderbender

Ich glaub‘ es geht wieder los…

Hallo, ich bin Fenderbender aus Berlin.

In meiner Freizeit blogge ich gern – über meine erste Elternzeit, über Wahlkampf und Politik, Lustige Fundstücke oder Urlaub in Thailand

Seit Herbst 2013 haben meine Familie und ich in der Kolonie POG (Mitglied im Bahn-Landwirtschafts-Verein) einen Kleingarten gepachtet – und darum geht es in diesem Blog.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Fenderbender

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